Erfahrungen mit dem Nikon 14-24 mm AF-S 1:2,8

Nikon-14-24

Das Nikon AF-S 14-24 mm 1:2,8 soll das beste Objektiv aus dem Hause Nikon sein. Egal, in welchem Forum man sich bewegt, es wird in den höchsten Tönen gelobt. Selbst Canon – User sollen sich das Teil mit einen Adapter an ihre DSLR schrauben.

Bis vor Kurzem verwendete ich noch das Tokina 16-28, mit welchem ich zufrieden war. Nimmt man aber das Nikon 14-24 in die Hand, hat man schon das Gefühl, dass es etwas Besonderes ist. Die Qualität ist ohne Zweifel auf einem hohen Level.

Der Zoomring lässt sich angenehm leicht bedienen und hat einen relativen kurzen Weg. Bei einem Weitwinkel muss man, im Vergleich zu einem Makroobjektiv, nicht so genau einstellen.

 

Praxis:

Mit 14 Linsen in 11 Gruppen wiegt das Nikon 1000g. Es ist daher kein Leichtgewicht. Da ich sowieso meist ein Stativ verwende, spielt das aber für mich eine untergeordnete Rolle. Der Blick durch den Sucher zeigt ein sehr helles Bild. Angenehm ist die Naheinstellgrenze von 28 cm. Man muss schon aufpassen, wenn man nah an ein Objekt heran möchte, dass man dort nicht anstößt.

Eigentlich bräuchte ich bei diesem Objektiv keinen Zoomring, da ich es meist bei 14 mm verwende. Ich muss bei der Bildgestaltung allerdings darauf achten, dass im Vordergrund nicht zu viel Straßenbelag oder Rasen zu sehen ist. Sonst würde das Bild nur langweilig wirken. Die Entwicklung der Bilder erfolgt bei mir ausschließlich in Lightroom. Aktiviere ich dort die Verzeichniskorrektur, werden nur minimale Korrekturen vorgenommen. Das heißt, dass das Nikon sehr neutral abbildet und dadurch seine hohe Qualität bestätigt.

Ginge man mit dem Weitwinkel recht nah an eine Person oder ein Tier heran, sind ein paar lustige Aufnahmen möglich. Die Nase wird zum Beispiel überdimensional groß, während der Rest recht klein bleibt. Solche Spielchen mache aber ich lieber mit dem erst 2014 auf dem Markt gekommenen Fisheye Samyang 12 mm 1:2,8, welches in Deutschland allerdings recht schwer zu bekommen ist. Rein optisch könnte man denken, dass Nikon 14-24 wäre auch ein Fisheye. Hierauf wurde ich schon ein paarmal angesprochen.

 

Filter:

Sowohl das Tokina 16-28 als auch das Nikon 14-24 besitzen keine Möglichkeit einen Schraubfilter anzubringen. In letzer Zeit sind aber mehrere Lösungen für dieses Problem herausgekommen. Jedoch konnte ich mich noch für keine entscheiden.

Hier ein paar Anbieter von Filterhalter für das Nikon 14-24

Fa. Logodeckel dazu den von Gwegner empfohlenen Graufilter Haida Optical ND 3.0

Fa. Fotodiox

Lucroit

LEE Filter

 

Lesetipp: Achim Sieger – Filtereinsatz am Nikon 14-24

 

Meine Entscheidung wird sich am Preis festmachen, denn so oft wird bei mir kein Filter verwendet. Einzig bei meinem Kroatien Urlaub am Meer lebe ich diese Möglichkeit aus.

 

Probleme:

Hier bin ich mir nicht sicher, ob das Problem bei mir liegt. Ich erstelle häufig Nachtaufnahmen von meiner Heimatstadt. Dazu kommt eine Belichtungsreihe (HDR). Fast immer sind auf den Bildern Straßenlaternen. Egal welchen Weißabgleich ich in der Kamera einstelle, die Bilder haben je nach Weißabgleich einen etwas mehr oder weniger gelblichen Stich. Das liegt mit 100% Sicherheit an den Laternen mit ihrer Gasentladungslampen mit Natriumdampf. Ich habe Aufnahmen mit allen Weißabgleichmöglichkeiten erstellt. Manche kommen schon in die Nähe, so wie ich es eben mit meinen Augen sehe. Stutzig macht mich aber, das ich dieses Phänomen beim Tokina 16-28 nicht hatte! Tagsüber habe ich dagegen keinerlei Probleme.

Hier ein Beispiel vom falschen Automatischen Weißabgleich. Ich weiß, das Vorher/Nachher Bild ist kein guter Vergleich, weil das Nachher Bild mehr bearbeitet habe. Trotzdem könnt ihr hier gut sehen was ich meine. Auch ohne Automatischen Weißabgleich veränderte sich nicht viel an dem gelblichen Stich.
Automatischer Weißabgleich nach der Bearbeitung

Fazit:

Der Aufpreis von meinem Tokina 16-28 zum Nikon 14-24 hat sich für mich gelohnt. Ich hätte es gleich kaufen sollen, doch bei einem Preis von knapp über 1500 Euro überlegt man es sich eben zwei Mal. Wer es sich leisten kann, sollte sich das 14 – 24 unbedingt zulegen. Zumal es sehr wertstabil ist und bei einem möglichen Wiederverkauf gutes Geld bringt. Sollen Filter verwendet werden, macht es Sinn, sich vorher über die nicht gerade günstigen Lösungen zu erkundigen.